Hard Candy
// Entertainment / Kino-DVD-BluRay

Hard Candy

Genre
Drama, Thriller, Psychothriller
Regie
David Slade
Darsteller
Ellen Page, Patrick Wilson, Sandra Oh, Odessa Rae, G.J. Echternkamp
Produktion
USA 2004, 103 Min., Lionsgate, Senator

Bewertung

Peter Weißenborn, Jul 2006

5 / 5 Sternen

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Jeff Kohlver (Patrick Wilson) und Hayley Stark (Ellen Page) - Hard Candy
Jeff Kohlver (Patrick Wilson) und Hayley Stark (Ellen Page)
Hayley Stark (Ellen Page) - Hard Candy
Hayley Stark (Ellen Page)
Hard Candy
Hard Candy

Jeff (Patrick Wilson) ist ein sehr attraktiver und erfolgreicher Modefotograf Anfang 30 und lernt im Internet die 14-jährige Hayley (Ellen Page) kennen. Bei ihrem ersten Treffen in einem Coffee-Shop ist Jeff äußerst überrascht: Zum einen, weil ihm gegenüber ein charmantes, kluges und sexuell aufgeklärtes Mädchen sitzt, zum anderen, weil Hayley sofort und ohne Umschweife mit ihm nach Hause gehen will. Nach anfänglichem Zögern willigt Jeff schließlich ein, zumal er vom selbstbewussten Auftritt seiner blutjungen Internetbekanntschaft mehr als angetan ist.

In seinem stylischen Luxus-Apartment angekommen, stürzt sich Hayley sofort auf die Bar und beginnt, hochprozentige Cocktails zu mixen. Wenig später bietet sie Jeff an, für erotische Fotos zu posieren und beginnt sich auszuziehen. Der Tag scheint also ganz nach Plan des Fotografen zu verlaufen – doch dann wird ihm plötzlich rabenschwarz vor Augen…

Als Jeff wieder erwacht, hat sich der Lauf der Dinge unvorhergesehen verändert und ein Katz- und Mausspiel der psychisch härteren Gangart beginnt…

Fazit

Niemand wird diesen Film wohl je drehen.“ So der erste Gedanke dem Regisseur David Slade angeblich durch den Kopf schoss, nachdem er das seiner Meinung nach beste Drehbuch was er jemals in Amerika gelesen hatte, aus der Hand legte. Das Script zeigt eine Welt, in der man die gültigen Werte und sämtlichen Vorurteile in Frage stellen muss. Ein 14-jähriges Mädchen bringt den Zuschauer in die unhaltbare Position, sich mit einem mutmaßlichen Kinderschänder identifizieren zu müssen. Etwa zur Hälfte des Films fängt man plötzlich an, dieses kleine Miststück zu verachten. Jetzt hat man als Zuschauer ein echtes Problem, denn eigentlich darf man für einen Pädophilen kein Mitleid empfinden.

Unglaubwürdig? Seht selbst und macht euch noch auf ganz andere unbequeme psychische als auch gesellschaftliche Auseinandersetzungen bereit! Sich selbst zu hinterfragen inklusive.

Warum auch hier groß über eine Story schreiben, die vom ersten Augenblick lang fesselt, nicht zur Ruhe kommen lässt, die Kinogänger höchstwahrscheinlich entzweit,geschockt aus dem Saal entlässt? Dafür haben wir es doch unter anderen da, das Kino - um Emotionen zu schüren, bestenfalls unvergessen. Und dafür garantiert Hard Candy (im Internet-Jargon gleichbedeutend für ein minderjähriges Mädchen) und wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen.

Soviel ist sicher: Dieser Film ist seit langem das Beste, was das mittlerweile ausgelaugte Psycho-Genre zu bieten hat. Nachdem großen medialen Aufsehen und dem kontroversen Urteil um den Film ROHTENBURG, dessen Aufführung durch den „Kannibalen von Rothenburg“, Armin Meiwes, vorläufi g gerichtlich gestoppt wurde, gibt nun das neu gegründete Label AUTOBAHN im Senator Film Verleih die zukünftige Zielrichtung für Genrefans vor.

Nach diversen erfolgreich absolvierten Film-Festivals im letzten Jahr, schickt sich dieser Psychoterror weiterhin an, seine Erfolgsspur in Richtung Kultstatus abzufahren. Zweifel? Nein! Was die Crew um Regisseur David Slade und den beiden Protagonisten Ellen Page als Hayley und Patrick Wilson als Jeff geleistet hat, ist auf allerhöchster Stufe aber von zweifelhaften Wert. Slade, als Musikvideokünstler längst renommiert und u.a. für Aphex Twin („Donkey Rhubarb“), CJ Bolland („Sugar is Sweeter“), Muse, AFI, Sterophonics & The Music tätig gewesen, spielt hier sein ganzes junges Können aus. Dass hier eine „MTV-Kariere“ eher von Vorteil war, zeigt sich schon bei der Eröffnungssequenz und lässt hier schon erahnen, welche messerscharf strukturierte Story auf einem zukommt. Einziger Wermutstropfen oder leidliche Gewissheit wird wohl sein, das dieses Racheengelprodukt in Form der 14-jährigen Hayley doch mit der Realität nichts zu tun hat. Zum Glück, oder? ()

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Drehbuch
Brian Nelson
Musik
Harry Escott, Molly Nyman, LFO, Goldfrapp, ...

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