Die Vermessung der Welt
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Die Vermessung der Welt

Genre
Drama, Romanverfilmung
Regie
Detlev Buck
Darsteller
Florian David Fitz, Albrecht Abraham Schuch, Sowie Jérémy Kapone, Vicky Krieps, Katharina Thalbach, Sunnyi Melles, Karl Markovics, Michael Maertens, Max Giermann, David Kross
Produktion
Deutschland 2012, 119 Min., Warner Bros.

Bewertung

Peter Weißenborn, Nov 2012

3 / 5 Sternen

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Gauß lässt es sich gut gehen ;) - Die Vermessung der Welt
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während Humboldt (Albrecht Abraham Schuch) beflissen Tagebuch führt - Die Vermessung der Welt
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Gauß (Florian David Fitz) bei Vermessungsarbeiten, hier trifft er auch seine zukünftige Frau Johanna (Vicky Krieps) - Die Vermessung der Welt
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Gauß & Humboldt bei ihrem späten Aufeinandertreffen - Die Vermessung der Welt
Gauß & Humboldt bei ihrem späten Aufeinandertreffen

Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß machen sich Anfang des 19. Jahrhunderts auf, die Welt zu entdecken. Ihre Methoden könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Naturforscher Humboldt reist in ferne Länder, um die Welt zu vermessen. Der Mathematiker Gauß bleibt zu Hause, um sie zu berechnen.

Schon die Kindheit der weltbekannten Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß trennt die beiden: Während Humboldt aus einer Adelsfamilie stammt und Privatunterricht erhält, wächst Gauß in prekären Verhältnissen auf. Doch das mathematische Genie des kleinen Jungen bleibt nicht unerkannt, und der Herzog von Braunschweig fördert ihn mit einem Stipendium. Auch der kleine Alexander – weniger genial veranlagt als Gauß, aber aufgeweckt und voller Entdeckungsfreude – kommt in den Genuss der herzoglichen Zuwendungen. Beide Kinder werden die Welt entdecken, doch unter höchst unterschiedlichen Vorzeichen.

Der Naturforscher Humboldt lässt die stickige Enge seiner Heimat hinter sich und reist in ferne Länder, um die Welt zu vermessen. Immer an seiner Seite ist der wissenschaftliche Kollege Aimé Bonpland, dessen französisches „Laissez-faire“ von dem Preußen Humboldt ein wenig beneidet wird. Gemeinsam erforschen sie fremde Kulturen, exotische Tiere, traumhafte und lebensfeindliche Landschaften.

Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß legt unendliche Weiten in seinem Kopf zurück, erfasst die Flächen der Erde mit den Mitteln der mathematischen Abstraktion. Ihm zur Seite steht seine Frau Johanna, die mit ihren einfachen Fragen die Antwort auf so manches mathematische Rätsel gibt und damit Gauß, der keinen ebenbürtigen Gesprächspartner kennt, zumindest in Teilen verstehen kann. Leider stirbt Johanna viel zu früh.

1828 begegnen sich die beiden Wissenschaftler bei einem Naturforscherkongress in Berlin. Beide sind Koryphäen auf ihrem Gebiet. Humboldts Sammlungen exotischer Tiere werden bewundert, man hört seinen Vorträgen begeistert zu. Er plant und entwickelt neue Projekte und verwaltet seinen Ruhm. Gauß hat sich zurückgezogen, sein Meisterwerk „Disquisitiones Arithmeticae“ war zu revolutionär, als dass es die Zeitgenossen verstehen könnten. Er wird bewundert, aber nicht verstanden. Sein Sohn Eugen begleitet ihn, da Gauß das Reisen hasst.

Die Begegnung zwingt die beiden Geistesgrößen, ihre festgefahrenen Strukturen aufzubrechen – wider Erwarten wird die Reise zu einem Neuanfang.

Fazit

Wie schwer es sein kann, einer Buchvorlage zu entsprechen, den beiden Persönlichkeiten Gauß und Humboldt bzw. deren Wirken und Schaffen gerecht zu werden, sieht man an diesem Film.

Tolle Bilder und Settings, die für eine angemessene Atmosphäre sorgen. Die Bilder nett mit Filtern abgestimmt.

Leider scheitert der Film an der Vermittlung des Inhalts. Eine Bindung zu den Protagonisten, eine schlüssige Erschliessung der Etappen ihres eben nicht unwichtigen Handelns im Rahmen der Weltgeschichte und leider auch zum Filmtitel, fällt sehr schwer bzw. will zum Teil nicht aufkommen. Dazu galoppiert man zu sehr an den wissenschaftlichen Meilensteinen vorbei. Um so mehr konzentrierte man sich auf viele kleine menschliche bis emotionale Momente, und dabei leider zu oberflächlich.

So rauscht der Film oppulent und schön an uns vorbei, bis zum finalen Dialog zwischen Gauß und Humboldt über Sinn & Unsinn des Seins/Schaffens und dem was uns antreibt. Wenn man großzügig ist, mag man genau diese Aussage als Metapher für den Film und das Leben sehen, denn genauso wie dieser Film und insbesondere die Handlung an einem vorbeiflog, fliegt auch das Leben an uns vorbei und wir müssen uns am Ende fragen, was haben wir bewirkt, haben/hatten wir unsere Rolle gefunden, sind wir glücklich!?

Was bleibt ist zwar ein unterhaltender Film mit durchaus vorhandenem Bildungsmehrwert, aber mit einem unfertigen Gefühl a la „nix halbes und nix ganzes“.

Die Darsteller Florian David Fitz (Preisträger des Bambi und Deutscher Fernsehpreis) und Albrecht Abraham Schuch spielen beide angenehm die Rollen der Protagonisten. Insbesondere Humboldt, bekommt durch Schuch's Theaterausbildung und des damit verbundenen stark gezeichneten Ausdrucks, die überzeugend Preußische Note.

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