// portraits

Fritz Kalkbrenner - Interview

Titelmotiv -

Spätestens, seit dem Independent Film "Berlin Calling" (2008) ist der Name Kalkbrenner in aller Munde. Nicht zu letzt durch den fantastischen Soundtrack und dem bereits zu Beginn des Jahres zu hörenden Titelsong "sky and sand". Während sich der Mainstreamfokus selbstverständlich auf den Titelhelden bzw. dessen Darsteller Paul Kalkbrenner konzentriert, wollen wir etwas Licht auf den Schöpfer von "sky and sand" werfen.

Berlin Calling ist der erste “Techno-Film” im Kino. Du bist auch als Schauspieler gelistet. Was war Deine Rolle?
Na ja, ob es der erste “Techno-Film” ist, kann ich nicht sagen. Es ist auf jeden Fall trotz des fiktiven Plots auf einen höchst authentischen Rahmen geachtet worden. Mein Auftritt ist eher so etwas wie ein Inside Gimmick oder Cameo wenn im Film “Sky and Sand” läuft.

“Sky and Sand”, der Soundtrack zum Film, ist nun ein richtiger Clubhit geworden. Wieviel Paul und wieviel Fritz steckt darin ?
Ich habe vor mehr als einem Jahr (natürlich für eine Frau) “Sky and Sand” geschrieben und in Pauls Studio aufgenommen, da mein Studio zu der Zeit nicht entsprechend ausgerüstet war. Von der ersten Version gibt es exakt eine Kopie. Die ist ja auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Paul und ich haben dann von Zeit zu Zeit an den Track rumgespielt, bis er sich komplett verändert hatte. Die grandiose Idee mit dem getragenen Bass- und Stringthema ist auf Pauls Mist gewachsen. Und bereits in der Planungsphase von Berlin Calling war uns beiden klar, dass “Sky and Sand” im Film Verwendung fi nden würde.

Was unterscheidet Paul von Fritz Kalkbrenner (musikalisch gesehen)?
Hmm?! Es geht damit los, dass ich ein totaler Musikjunkie bin: egal ob Soul, Jazz, House oder Techno. Für mich ist das eine unerschöpfliche Inspirationsquelle von der ich weder lassen kann noch will. Paul ist da ganz anders. Er braucht diese Einflüsse einfach nicht, und hört wenn überhaupt etwas, seine eigenen Titel zur Qualitätskontrolle. Unsere Arbeitsweisen dagegen sind sehr ähnlich. Das liegt daran dass wir was das Musik machen angeht, seit Jahr und Tag immer gerne unsere Köpfe zusammenstecken, besprechen etc. Grundlegend kann man sagen, dass Paul eine Spur technoider ist.

Von Paul weiß ich, dass er in Leipzig geboren ist. Du in Berlin? Ist er Sachse und du bist Berliner? (; Verbindest du irgendwas mit Leipzig?
Ja, das ist richtig ich bin Berlin geboren und aufgewachsen. Paul ist zwar in Leipzig geboren, aber ein waschechter Berliner. Und das ist er rein rechnerisch 4 Jahre länger als ich. Was ich mit Leipzig verbinde? Da ich neben meinem Dasein als Liveact als TV-Journalist arbeite, bin ich, wenn ich für den MDR etwas mache, natürlich in Leipzig. Ich kenne also die Stadt und Ihre Bewohner schon ganz gut.

Was hat sich seit dem Track bei Dir verändert & was planst du für die Zukunft ?
Ich bekomme viel positives Feedback, was mich natürlich freut. Durch den Erfolg des Films und Pauls Soundtrack kommen die Leute über diesen Umweg auch mit meiner Musik in Kontakt. Da ich jetzt aber schon ein paar Jahre als Liveact und Sänger arbeite werde ich durch die gesteigerte Aufmerksamkeit nicht ins kalte Wasser geworfen. Meine Zukunftsplanung ist simpel: weiterhin Musik machen, weiterhin Platten veröffentlichen und weiterhin als Liveact auftreten.

Text & Interview: Peter Weißenborn
related link: www.myspace.com/fritzkalkbrenner